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Neuere (österreichische) Tafelbildkonzepte ausgewählt
von Georg Salner
Ausgangspunkt für die Idee dieser Ausstellung ist meine persönliche
Methode der Abwandlung des "flachen, rechteckigen Objektes"
Tafelbild in Serien mit verschiedenen Bildkörpern, Materialien,
Farbqualitäten und Produktionsweisen.
Dies schafft zwangsläufig Verwandschaften zu Zeitgenossen,
bei welchen ebenso - zumindes phasenweise - dieser überkommende
Typus der rechteckigen Fläche mit ihren multiplikatorisch ins
Innere projizierbaren Begrenzungen als primärem Ordnungsfaktor
im Mittelpunkt ihrer Konzeption vom Tafelbild steht.
Das Prinzip des Rasters bzw. dessen Teildimensionen im Rechteck
sind so allgemein, naheliegend unter der stringenten Abhandlung
einer Fläche so unmittelbar dienlich, dass er immer wieder
von Bildschaffenden aufgegriffen wird. (In der jüngeren Kunstgeschichte
von Josef Albers, Barnett Newman, Morris Louis, Mark Rothko, Ad
Reinhardt, Frank Stella, Richard Artschwager, Donald Judd, Agnes
Martin, Francois Morrelet, Daniel Buren, Peter Halley u.a.)
Dabei ist der inhaltlichen Vieldeutigkeit und formalen Ausdeutbarkeit
dieser ersten Ordnung nur die Grenze der Bildbegrenzung gesetzt.
Sie lässt Raum für eine Vielfalt freier Interpretationen
und ermöglicht eine unaufgeregte, lapidare Arbeitsweise.
Die Ergebnisse zeitigen subtile malerische Oberflächen durch
genau bestimmten Farbauftrag, durch den Einsatz textiler und anderer
Materialien oder z.B. durch Abgussverfahren. Dazu kommt oft das
raffinierte Spiel mit Volumina und komplexe Objektwandlungen. Computereinsatz
und eine davon abhängige Fertigungstechnik sind für manche
wesentlich.
In der Ausstellungen werden also einige markante Positionen, die
unverwechselbare "sinnliche Konzepte" dieser Art von Tafelbild
verkörpern, unter dem genannten systematischen Ansatz intuitiv
versammelt. Die stilistische Spanne im Malerischen reicht von Ornament
über Trompe-l'Oeil bis zu abstrakter Expression oder einfach
dem Farb-Material-Objekt. Der Bildraum wird real im Objekthaften
oder scheinräumlich durch die Farbebenen und andere gestalterische
Eingriffe, manchmal in beiderlei Hinsicht definiert und kodiert.
Neben dem Teilaspekt dieser Art des Tafelbilds als ungebrochen
selbstbezüglicher Gegenstand existiert bei vielen Künstlerinnen
und Künstlern der vorgestellten, keinesfalls vollständigen
Auswahl eine meist offensichtliche Verbindung zu einer raumgreifenden,
installativen oder architekturbezogenen Werkkomponente. Das Tafelbild
und seine "Sprengung" und Ausweitung schließen sich
nichtmehr aus, sondern bedingen und ergänzen einander.
In welchem weiteren Zusammenhang die Bilder auch zu sehen und auf
welche Weise sie entstanden sind - immer sind sie besonders wirksame
bildnerische Einheiten, da die eingesetzten formalen Mittel sich
unmittelbar mit der Grundform im Einklang setzen.
Georg Salner
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