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Julie Haywards Objekte erinnern an Gegenstände,
die man aus dem Alltagsleben zu kennen meint.
Da sind etwa ein Fernseher oder eine Wiege und auf den Zeichnungen
entdeckt man Teile, die einem irgendwie vertraut erscheinen, aber
doch fühlt man sich in seiner üblichen Perzeption gestört.
Das ist dann jener Punkt, an dem die Objekte beginnen auf einer
anderen Ebene zu greifen, wo das Unterbewußtsein alle möglichen
Assoziationshilfen bietet und die Erinnerung an emotionale Parallelwelten
andockt.
Die zwei Objekte, die in der Ausstellung ...coming
home gezeigt werden ... thematisieren auf der einen Seite
den romantisch behafteten Begriff des nach Hause kommens, im Sinne
eines zu sich kommens und dann genau das Gegenteil davon.
In einigen der letzten Zeichnungen von Julie Hayward
sind Perlen aufgetaucht, die sorgfältig sortiert, nummeriert,
aufgefädelt oder gesammelt werden.
Bei dem Objekt mit dem Titel ...coming home liegen
sie in zwei ovalen Schüsseln in einer Wiege-ähnlichen
Form ... es erinnert auch an ein futuristisches Gerät aus einem
frühen Science-Fiction Film, das künstliches Leben produziert
und zugleich einen Ort der Geborgenheit bietet, an dem das Konstrukt
gedeihen kann: eine Art zu Hause also.
Der weiße Lack verstärkt noch den sterilen, kalten Laborcharakter
der Skulptur, der weiße Plüsch verleiht ihr etwas organisches.
So wie bereits andere Arbeiten von Julie Hayward, erinnert ...coming
home an eine futuristisch anmutende mechanisch-organische
Maschine.
Das zweite Objekt mit den Titel TV-Baby
beschreibt genau das Gegenteil des zu sich kommens.: ...Da ist zunächst
TV -Baby von Julie Hayward. Das technoid-organische
Zwitterwesen suggeriert einerseits die Mechanismen einer künftigen
Biotechnologie. Wie aber der plastische Cyber-Organismus (samt dem
Plüschwesen im Monitorkäfig) funktionieren soll, bleibt
rätselhaft. Zugleich ist die Arbeit eine vieldeutige und ironische
Chiffre für die mediale Auflösung der Wirklichkeit: es
ist überhaupt nicht mehr klar, wer Sender, wer Empfänger,
und was die Nachricht ist. Diese diffuse Macht der Medien bestrahlt
und infiziert die seltsam amorphe Masse des undefinierbaren, wehrlosen
und nackten Etwas. Es ist eine repressive Idylle, die im Flimmern
der imaginierten moving images offenbar wird: der Sog der Bilder
scheint das eigene Leben, das eigene Bewußtsein aufzusaugen
und in die totale Regression einer molluskenhaften Existenz zu führen.
Die Welt des Scheins, die Wirklichkeit zu spiegeln vorgibt, erzeugt
bloß noch scheinhaftes Leben im Abglanz des Fernsehers. Das
traute Heim - der Ort der Geborgenheit - mutiert zur Intensivstation.
Komplettiert wird die Ausstellung von mehreren Projekt-Skizzen
- Ausgangspunkte für die aufwändigen Arbeiten von Julie
Hayward.
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