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Lucia Riccelli

Io


  GALERIE LANG WIEN
 19.04. - 24.05.2012

Vernissage: am Donnerstag, dem 19. April 2012, um 19:00 Uhr





Lucia Riccelli, China Girl
110 x 150 cm, Acryl, Öl auf Leinwand

 



Lucia Riccelli, Bea knows
65 x 90 cm, Acryl, Öl auf Leinwand

 



Lucia Riccelli, Get rid
120 x 130 cm, Acryl, Öl auf Leinwand


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Lucia Riccelli
Das Geheimnisvolle im Schönen suchen

Das Erste das auffällt, ist die starke Präsenz ihrer gemalten Figuren auf der ungrundierten Leinwand.
Dies ist eines ihrer Prinzipien. „Die Figuren müssen heraustreten aus dem Erdigen“ oder „Ich mag nicht, dass jemand vor mir an meinen Bildern gearbeitet hat“ sind Riccellis Statements dazu.
Dem kann und soll nicht widersprochen werden.

Die Faszination von Riccellis Bildern und Zeichnungen liegt im fraktalen Weglassen an ihren Figuren und dazu kontrastierend das Hervorheben von Details wie z.B. eines Auges. Aus einem nur vage angedeuteten Kopf sticht im wahrsten Sinn des Wortes der Blick aus einem fast naturalistisch gemalten Auge in das des Beschauers – forschend, fern jeder Neugier, fast schmerzhaft in seiner Klarheit.

Durch dieses Hervorheben eines Details im sonst faszinierend vollendet Unvollendeten entsteht eine Situation des Geheimnisvollen.
„Die Aufgabe eines Künstlers besteht darin, das Geheimnisvolle zu vertiefen“. Dieser wunderbare Satz von Francis Bacon ist nicht nur eine der meiner Meinung nach wichtigsten Aufgaben der Kunst, sondern trifft in besonderer Weise auf die Arbeiten von Lucia Riccelli zu.

Dieses Andeuten, Weglassen, Verschleiern und doch Betonen, all dies sind die wesentlichen Merkmale von Riccellis Bildern und Zeichnungen.
Solcherart entwickelt sie daraus ihre eigene subjektiv impressionistische Sichtweise auf das Malerische und emotional Schöne.

Ihre selbstbewussten und gleichzeitig in sich ruhenden Frauen
mit all ihrer ganz speziellen, geheimnisvollen und diffizilen Aura
haben Riccellis unverwechselbare künstlerische Handschrift und sind ihr immer eindeutig zuordenbar.

Riccellis Frauenbilder erzählen für jeden Betrachter eine subjektiv andere verrätselte Geschichte, lösen ein anderes subjektiv emotionales Empfinden aus.

Diese „Verrätselungen“ werden in den Bildern mit je zwei Frauen besonders deutlich. Nehmen wir als typisches Beispiel „The Beginning of Love“. Das rechte Frauenbild ist relativ klar erkennbar – mit Blickkontakt zum Betrachter. Der linke Frauenkopf ist abstrahierter und dem Betrachter abgewandt. Das Gesicht extrem maskenhaft. Eine Frau mit zwei Gesichtern?
Zwei Frauen, die sich nichts zu sagen haben? Deren gegenseitige Ablehnung und/oder Anspannung fast körperlich spürbar ist?
Oder vielleicht auch nur eine verbildlichte Allegorie der Trennung?
Der Betrachter wird sich sicher für das eine oder andere entscheiden wollen.
Weil er der geheimnisvollen Faszination von Riccellis Malerei erliegt.

Manfred M. Lang