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Zur Eröffnung der Herbstsaison zeigt die Galerie Grita Insam neue Arbeiten von Stefan Sandner. Seine
jüngsten Arbeiten führen die malerischen Ansätze mit Schrift und Text, die bereits im Vorjahr in
Sandners Einzelausstellung in der Wiener Secession zu sehen waren, weiter.
“(…) Eine völlig andere Rolle spielt die Schrift in
den neuen Arbeiten von Stefan Sandner. Hier
scheint es sich um vorgefundene Notizen oder
Manuskriptseiten zu handeln, die der Künstler in
seine Bilder transportiert. Handschriften, Notizen
oder andere Kritzeleien deuten immer auf expressiven
Ausdruck hin, der in einem krassen
Gegensatz zum monochromen Bild steht. Hier
geht es also wieder um eine Art von Grenzziehung,
zwischen Expression und Monochromie
in der Malerei und zwischen Tafelbild und
Fundstück oder Ready Made. Die Schrift entwickelt
sich hier nicht aus dem Bild heraus und
steht so für das Bild (…). Sie steht auch nicht als
Konzept auf einer monochromen Fläche wie in
der neo-konzeptuellen Malerei. Sie ist als etwas
Autonomes ins Bild hereingeholt, eine alltägliche
außerkünstlerische Wahrnehmung vielleicht, die
selbst kein Text ist, keinen Kontext hat und so
wieder zur Form wird. Als Form steht sie aber
auf dem Bild und bleibt ihm immer etwas fremd.
Das irritierende Moment liegt genau in dieser
Distanz: Etwas Alltägliches wie ein Anschlag oder
ein hingekritzelter Name wird von uns ja nur bewusst
wahrgenommen, der unmittelbare Eindruck,
den diese Dinge als Form hinterlassen,
scheint keine Rolle zu spielen. Dagegen will der
Künstler aber arbeiten und bringt uns dazu, das
Ganze als abstrakte Komposition wahrzunehmen.
Nicht wie bei den monochromen
Bildern ein Ikon der Kunst an deren Grenzen zu
verschieben, sondern etwas Alltägliches, in
seiner Ästhetik vielleicht sogar Unbewusstes, in
die Abstraktion als Ikon der Malerei hinein zu
holen. Hier werden also die komplexen Problemstellungen,
die sich in einer Abstraktion nach der
Abstraktion ergeben, mit ebenso komplexen und
analytischen Methoden analysiert und dabei in
spannende Anordnungen gebracht. Das
Problem der Veränderung durch die Zeit in der
Malerei, das Stefan Sandner in seinen Arbeiten
immer wieder anspricht und die Art und Weise,
wie er immer wieder neue Aspekte in dieses
Medium einbringt, machen das Gerede über das
Ende von diesem oder jenen in der Kunst zu
etwas, das man nicht pessimistisch sehen sollte,
sondern immer als Chance auf neue und
spannende Arbeit.”
(Text: Martin Prinzhorn; Katalog: Stefan Sandner,
Wiener Secession, 2006)
STEFAN SANDNER
geb. 1968 in Wien
Einzelausstellungen (Auswahl):
Museum 52, London (2007); Wiener Secession, Wien (2006); Wolves, Galerie Zell am See/mit C.
Kobald (2004); Puma, Galerie Grita Insam, Wien (2003); INLET, Landesgalerie am Oberösterreichischen
Landesmuseum, Linz (2001); Grazer Kunstverein, Graz; The Malinowski Project,
Goldman Tevis, Los /mit C. Kobald (2000);
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl):
Expanded Painting, Prague Biennale 3, Karlin Hall, Prag (2007); Steiler Konter, Bregenzer
Kunstverein, Bregenz (2006); In Concert, Schirn Kunsthallle, Frankfurt / mit Albers (2005); Third
Places, Steirischer Herbst, Graz; ...and in between, Galerie Grita Insam, Wien; Tafelrunde, Galerie
Kunstbüro, Wien (2004); arttirol, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck; Projekt 21er, 20er
Haus, Wien; Abstraction Now, Künstlerhaus, Wien (2003); Hinterlands, Kerstin Engholm Galerie,
Wien (2002) |


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