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Abdul Sharif Baruwa

Butterflies


 GALERIE Grita Insam
  13.05. - 18.06.2005

 

Preview am 12. Mai 2005 um 19 Uhr
Einführende Worte: Andreas Spiegl



"Der  Bastler  ist in der Lage, eine große Anzahl verschiedenartiger Arbeiten auszuführen, doch im Unterschied zum Ingenieur macht er seine Arbeit nicht davon abhängig, ob ihm die Rohstoffe oder Werkzeuge erreichbar sind, die je nach Projekt geplant und beschafft werden müssten: die Welt seiner Mittel ist begrenzt, und die Regel seines Spiels besteht darin, jederzeit mit dem, was ihm zur Hand ist, auszukommen,(...)."
[ Claude Lévi-Strauss: Das wilde Denken]

Im Sommer 2004 wurde Abdul Sharif Baruwa (geb. 1975) im Rahmen des Projekte Lingua Franca zu einer Gruppenausstellung im Österreichischen Kulturforum in Rom eingeladen. Transportmittel der Kunst wählte er als Grundelementen seiner Arbeit: Paletten, Luftpolsterfolie, dünne Folie. Während der Ausstellung verteilte er die von ihm bunt bemalten Paletten auf dem Rasen im Garten und erzeugte so ein stimmungsvolles fröhliches Farbbild, das er anlässlich einer Performance am Abend zu einem Catwalk veränderte, auf dem er vom Sommerwind bewegte Kunststofffolie „vorführte“. Aus dieser Performance entstand die Fotoserie RomaDuemillequatro, die anlässlich seiner zweiten Personale in der Galerie Grita Insam im ersten Raum zu sehen ist. 

 

Für die mehrteilige Installation im großen Ausstellungsraum verarbeitete Abdul Sharif Baruwa Schattenwürfe eines Dachflächenfensters in seinem Atelier.

Der Künstler mutiert sie als farbige Flächen innerhalb rechteckiger Elemente von der Kleinform in eine großformatige Wandarbeit aus geplotteten Tafeln. Als weitere Variante  übersetzt er die über eine bestimmte Zeit hindurch vorgefundenen Schatten in Bilder auf Leinwand, auf denen sie zu ornamentalen Farbgeweben werden.  In der Kombination der Einzelelemente ergeben sich flächige Muster, die eine Vielzahl an Assoziationen (z.B. afrikanische Stoffdrucke, städtebauliche Strukturen) zulassen. In die dritte Dimension geht er mit einer Installation aus tischförmigen Objekten – Fundstücken, deren Plattengrundriss wiederum ähnlich  einem Schattenwurf ist – bestückt mit den Motiven der Wandarbeit en miniature.

Den Titel dieser Arbeit Cool Memories, entlehnt Baruwa Jean Baudrillards gleichnamigen Reiseaufzeichnungen.

Die beiden Arbeiten eröffnen Rückschlüsse auf die Interessensgebiete des Künstlers. Untersucht er einerseits die Bereiche zwischen der wirtschaftlich dominierten Waren-, Werbewelt begibt er sich mit seinen Recherchen andererseits in Gebiete künstlerischer Prozesse und Praxen.