|
"Auch wenn ich einen Gegenstand oder ein Material
fühle, rieche,
sehe oder schmecke, bedeutet das noch nicht, das ich damit auch
etwas anfangen kann, wenn es darum geht, diese meine Wahrnehmungen
künstlerisch zu übertragen (...). Natürlich dringt
eine Fülle von Erfahrungen von aussen auf mich ein, doch sind
diese keineswegs unmittelbar übertragbar und visualisierbar.
(...) Ich trage eine innere Wahrnehmung in mir, die ich übertrage
und mit der ich, in welcher Weise auch immer, eine Wirkung erziele.
Das ist eben keine Wirklichkeit, höchstens eine zweite Realitätsebene,
sondern eine Reproduktion und zwar eine Reproduktion von mir."
Oswald Oberhuber
Die "Reproduktionen" Oswald Oberhubers stehen für
die Vielschichtigkeit, Leichtigkeit und Offenheit seines Denkens
und Schaffens. Seine rege Geistigkeit, seine Reflexionen über
Kunst und Kunstgeschichte hat Oberhuber zum ersten Informellen
in Österreich werden lassen und zum Erfinder der informellen
Plastik. Seine Arbeiten unterliegen der "permanten Veränderung".
Für diese akzeptiert er keine Einschränkungen weder durch
Zuordnung von Stilentwicklungen, Themen, Techniken, sondern nur
die Freiheit von allen Fesseln entbunden zu sein. Dieses Recht
nimmer er sich heraus und bricht damit Grenzen auf.
Frau Dr. Ursula Riederer führt während der Eröffnung
der Ausstellung ein Gespräch mit Oswald Oberhuber.
Kurzbiografie:
1931 in Meran geboren
1945-49 Besuch der Gewerbeschule Innsbruck, Abteilung Bildhauerei
1950 Studium an der Akademie der Bildenden Künste bei Fritz
Wotruba und an der Akadmie in Stuttgart bei Willi Baumeister (jeweils
eine Stunde)
Galerieleitung Galerie Nächst St. Stephan
Lehrtätigkeiten an Hochschulen sowie Rektor der Hochschule
für Angewandte Kunst Wien |
|