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Intermezzo VIII

Weiblichkeit

 Galerie Gans
 17.06. - 09.07.2010

Vernissage: am Mittwoch, den 16. Juni 2010, um 19:00 Uhr


Teilnehmende KuenstlerInnen:
Margit Aschenwald, Judith Zillich, Manuela Hillebrand, Barbara Seirer,Robert Schwarz, Alfredo Barsuglia, Rudolf Kedl, Adi Brunner, Herwig Zens, Hermann Serient, Leslie De Melo, Walter Novak, Claus Mayhrhofer Barabbas,
Wolfgang Zeindl und Robert Kabas.

In Zeiten der Fraünemanzipation spießen allerlei Definitionen und Standortbestimmungen der "Weiblichkeit" hervor. Sie stammen aus den verschiedensten Gebieten der Gesellschaft und verbreiten widersprüchlichste Aussagen. Für sich allein betrachtet, scheinen sie alle Recht zu haben. Durch die Einschränkung des Blickwinkels, laufen sie aber alle am Wesen der "Weiblichkeit" vorbei. "Weiblichkeit" beinhaltet zwar alle diese Aussagen, gehört aber einer höheren Dimension an, ist also etwas ganz anderes. Letzlich bleibt sie Geheimnis und kann logisch gar nicht erfasst werden.

Es bleibt also die KünstlerIn als Vermittler von Geheimnissen. weil im Kunstwerk auch alles, was nicht direkt dargestellt ist, wirkt, wird die Betrachterin und der Betrachter in das Bild hineingezogen, fast gezwungen für sich zu ergänzen und mitzuerleben, was das Geheimnis eigentlich ist. So ist es möglich, dass in einer Darstellung einer weiblichen Scham - eigentlich kein korrekter und schöner Ausdruck - auch die Mütterlichkeit, die Geburt die Wärme und die Liebe zusammen mit Begehren, Lust und Gefahr zur Wirkung kommt, zum Beispiel im Werk von Claus Mayhrhofer Barabbas oder bei den Darstellungen von Robert Schwarz.

Erwähnen möchte ich die Monotypien von Hermann Serient. In ihrer Komplexität - trotz extremer Einfachheit - entziehen sie sich einer verbalen Erklärung. Sie erscheinen mir vielmehr als typisch künstlerische Umsetzung unseres Themas.

Als Beispiel für die gänzlich verschiedenen Zugangsmöglichkeiten zur Weiblichkeit bei ein und der selben Künstlerin sei Judith Zillich erwähnt, einerseits mit ihrem fast transparenten "Selbstporträt", anderseits mit dem Objekt "Schutzmantelmadonna", deren Unterschiedlichkeit beeindrucken.

Alles hier gesagte trifft auch auf die gezeigten Skulpturen zu. Leslie De Melos "Tänzerin" und eine frühe Arbeit von Rudolf Kedl - "Gaia" - von 1966 seien nur aus Beispiel erwähnt.

Unübersehbar ist die schicksalshafte dunkle Bedrohung bei dem "Akt" von Margit Aschenwald oder bei "Schwarzer Schneemann mit Dame auf Fahrrad - große schwarze Katze" von wolfgang Zeindl. Trotzdem wirkt in beiden Bildern die Hoffnung, es sei nur ein Märchen oder ein Alptraum und es wird schon gut ausgehen.
Bedrohung, Hoffnung, Traum und Märchen bedeuten eben zusammengenommen "Weiblichkeit".

ähnliche überlegungen könnte man Bild für Bild anstellen. Unsere Ausstellung bietet jede Möglichkeit dazu, und wir glauben, dass das Thema "weiblichkeit" in seiner ganzen Dimension und Schönheit erfasst und angeboten ist.

Last but not least, sei noch ein eher untypisch "Zensischer Akt" von Herwig Zens erwähnt.


Abb.: Wolfgang Zeindl, Schwarzer Schneemann mit Dame auf Fahrrad – große schwarze Katze, Acryl auf Leinwand, 18 x 24 cm, 2010