
Die Galerie Frey zeigt ab 31. Jänner 07 eine Ausstellung
unter dem Titel „red“, an der fast alle Künstler
und Künstlerinnen der Galerie beteiligt sind. Darüber hinaus
finden sich Namen wie Hermann Nitsch, Gunter Damisch, Christian
L. Attersee, Uta Peyrer, Karl Prantl, Anselm Glück und Hans Staudacher,
deren Werke ebenfalls in dieser Schau zu sehen sind. Allen ausgestellten
Werken ist etwas gemein, dass sich auf den ersten Blick recht einfach
aus dem Titel der Ausstellung erklären lässt, bei näherer
Erläuterung jedoch auf einen von Humanität und sozialem
Engagement geprägten Ansatz zurückzuführen ist. Auf
den ersten Blick, wie erwähnt, zeichnet alle ausgestellten Arbeiten
Ihre farbliche Tendenz zu allen Facetten von rot aus. Diese Farbe
bestimmt vorrangig den Grundtenor der malerischen Arbeiten, sei
es jener von Attersee, Hermann Nitsch, Harald Gangl, Tom Fleischhauer,
Veronika Dirnhofer, Anselm Glück, Lilo Schrammel, Bernard Ammerer,
Gabriele Chiari, Stylianos Schicho, und vielen anderen. Dabei haben
die Künstler und Künstlerinnen teilweise selbst Arbeiten
zu diesem Leitthema geschaffen, oder zumindest ausgewählt. Nun,
die Idee eine, Ausstellung als „red“ zu bezeichnen und
rote Bilder zu zeigen, in Anlehnung an eine Art „Fete blanche“,
scheint doch etwas zu grob gestrickt. Und tatsächlich verbirgt
sich hinter „red“ eine Kampagne mit eben diesem Titel,
die als Teil des Global Fund von U2 Sänger Bono, Kofi Annan und
Bobby Shriver ins Leben gerufen wurde. Der Global Fund selbst wurde
2002 u.a. vom ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen
Kofi Annan zu dem Zweck gegründet, AIDS, Malaria und Tuberkulose
in Afrika zu bekämpfen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat der Global
Fund 6,6 Billionen US$ für 460 Hilfsprogramme in 136 Ländern
zur Verfügung gestellt. Die Kampagne „red“ verfolgt
die Idee, dass große Konzerne, deren Marken ikonenhafte Wirkung
besitzen, ein oder mehrere Produkte auf den Markt bringen, die
rot sind oder zumindest der Kamapgna „red“ angehören.
Beim Kauf eines jeden solchen Produktes liefert der Konzern nun
einen gewissen Prozentsatz des Verkaufspreises oder einen Fixbetrag
an den
Global Fund. Wie auch auf www.joinred.com zu sehen ist, haben u.a.
American Express (eigene rote Kreditkarte), Converse, Emposio Armani,
Apple (mit rotem ipod), Motorola (mit rotem Handy) daran teilgenommen
und beträchtliche Summen dem Global Fund zuschießen können.
Dies ist nun der Ansatzpunkt für die Ausstellung in der Galerie
Frey: Die Galerie Frey beteiligt sich mit ihren Künstlern und
Künstlerinnen offiziell an dieser Kampagne. Von jedem verkauften
Bild gehen 20% des Nettoverkaufspreises an den Global Fund. Es
ist eine außergewöhnliche Idee, welche das Geschwisterpaar
Frey hier aufgegriffen hat – an dem regen Interesse und der Übergabe
vieler hervorragender Kunstwerke für diese Schau ist abzulesen,
dass es sich bei diesem Ausstellungskonzept um eine zeitgemäße,
die starren Muster überwindende und vor allem frische Kunst-Inszenierung
handelt, die wiederum das hohe Engagement und den Weitblick der
von Andrea und Peter Frey belegt. Künstler und Künstlerinnen
der Ausstellung sind: Bernard Ammerer, Christian L. Attersee, Gabriele
Chiari, Gunter Damisch, Veronika Dirnhofer, Helmut Fian, Tom Fleischhauer,
Harald Gangl, Anselm Glück, Erich Gruber, Peter Horejsi, Adrienn
Kiss, Hermann Nitsch, Karl Prantl, Katharina Prantl, Uta Peyrer,
Stylianos Schicho, Lilo Schrammel, Josephine Scianna, Hans Staudacher
und Stefan
Wykydal. Die Ausstellung ist bis zum 17. März 2007 zu sehen.
Mag. Sonja Traar, freie Kuratorin