Zur Ausstellung
erscheint ein Katalog.
Bernd Koller ist der Lyriker unter den österreichischen Künstlern
seiner Generation, der von seinen Erfahrungen in und mit der Natur
berichtet. Das Dialogverhältnis zwischen Natur und Mensch
ist für den Arnulf Rainer-Schüler Inspirationsquelle.
Seine Arbeiten, die oft lavierend und mit sparsamer Pinselarbeit
ausgeführt sind, umkreisen hintergründig diese Thematik. Mit Aquarellfarben, schwarzer Kreide oder Bleistift entwickelt
Bernd Koller in seinen Blättern fragile Kompositionen mit
sowohl romantischen wie auch naturmystischen Zügen, die sich
jedoch bei genauerer Betrachtung als spröde und brüchig
erweisen. Figuratives kombiniert er assoziativ mit landschaftlichen
Eindrücken. Bildtitel oder literarische Zitate erhöhen
die poetische Aussagekraft der zarten Blätter, die vom Betrachter
geduldiges Einsehen verlangen.
Hierfür stellt Koller ein reiches Repertoire von wieder erkennbaren
Motiven zur Verfügung - nachstehend seien exemplarisch
einige Arbeiten herausgegriffen:
Der Kreisel, 2004
"
... denn die Sucht nach Geschwindigkeit ist die Sehnsucht nach
Auflösung ..." könnte man als Arbeitstitel für
dieses Aquarell heranziehen. Eine entspannt wirkende Figur sitzt
auf einem rotierenden oder gerade kippenden Kreisel. Am linken
Bildrand durcheinander gewirbelte Malutensilien, über die
sich eine fast unsichtbare Hand legt.
Das Kartenhaus, 2003
Ein ähnliches fragiles Gleichgewicht wie bei "der Kreisel" ist
der Arbeit "das Kartenhaus" zugrunde gelegt. Ein Harlekin
und ein Schmetterling bevölkern die Komposition. In der Bildmitte
balanciert eine mit wenigen Strichen angedeutete Figur auf einem
Kartenhaus. Die Bildtitel scheinen zunächst einem Kinderbuch
entnommen, wirken aber bei genauerer Betrachtung spröde und
brüchig und weisen über die persönliche Sphäre
hinaus auf grundsätzliche Situationen der menschlichen Existenz.
Denkspiel, 2004
In dieser Arbeit lässt sich einiges über die Arbeitsweise
Kollers ablesen. Wieder abgewaschene Worte wie "Wolke", "Boot", "Malen" zeigen,
wie sich der Künstler seinen Themen nähert. Auf dem Bild
vorhandene Kürzel - wie die vorher genannten - dienen
zur Suggestion und werden in der Bildfindung oft wieder verworfen.
Eine von einer Hand überdeckte Malerfigur, Löwenzahnblüten,
ein Salamander, ein Harlekin und Landschaftsausschnitte bilden
die weiteren Elemente dieser Zeichnung. Biografie:
geboren 1971 in Fusch an der Glocknerstraße, lebt in Wien
und Fusch
1989 Sommerakademie Salzburg bei Hermann Nitsch
1990 Malersymposion Werfen
1989 - 1995 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden
Künste, Wien, bei Arnulf Rainer
1996 Stipendium des Rotary-Clubs Saalfelden
1996 Studienaufenthalt in Paris (Stipendium der Salzburger Landesregierung)
2001 Förderungspreis der Bau Holding Ausstellungen:
1991 Galerie Zell am See
1994 Galerie Ulysses, Wien, (Beteiligung)
1997 Galerie Zell am See
Galerie im Traklhaus
1999 Galerie Lang Wien
Galerie Curtze, Salzburg, (Beteiligung)
2000 Galerie Zell am See
Kulturverein Werfen
Alte Schmiede Wien
Cite` International des Arts, Paris (Beteiligung)
2001 Galerie Curtze, Wien, Salzburg
Rupertinum Salzburg, "Zauber der Zeichnung", (Beteiligung)
Kunstforum der Bauholding, Klagenfurt
2002 Galerie Zell am See
2003 Rupertinum Salzburg, "Spotlight 02"
Galerie Heike Curtze, Salzburg, (Beteiligung)
2004 Galerie Heike Curtze, "Querschnitt", (Beteiligung)
Museum der Moderne, Salzburg, "Vision einer Sammlung",
(Beteiligung)
2005 Galerie Heike Curtze, Wien |








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