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Maria Bussmann

praying project 2

  GALERIE ALTNÖDER
 12.11. - 30.12.2009

 

Vernissage: am Mittwoch, den 11. November 2009, 19:30 Uhr
Zu den Arbeiten spricht Mag. Maria Christine Holter


Ewiges Rom" und "New York - New York" betitelt Maria Bussmann zwei der drei Kassazettelrollen, die sie in der Ausstellung "praying project 2" in der Galerie Altnöder präsentiert. Die fortlaufenden Zeichnungen auf diesen schmalen Rollen sind scheinbar endlose Meditationen über zwei sehr unterschiedliche Städte, die allerdings viele Parallelen aufweisen. Aufgrund der Länge der Rollen (bis zu 20 m) ist es fast unmöglich, die Zeichnungen im Ganzen zu sehen. Es entsteht ein Spiel von Enthüllen (ausrollen) und Verdecken.

Zu sehen sind insgesamt 3 Kassazettelrollen unterschiedlicher Längen. Die erste mit dem Titel "Ewiges Rom" zeigt miniaturhafte Zeichnungen mit Zitaten aus der römischen Kunstgeschichte, Architektur, Stadt- und Gartenansichten, Vogelperspektiven und Alltagskultur. Die zweite Rolle
„New York – New York“ (work in progress) wird zum Zeitpunkt der Ausstellung noch nicht abgeschlossen sein. Motive sind: ankommenden Schiffe im Hafen, die Freiheitsstatue in Variationen, Sternenbanner, Barack Obama, Strassen, Häuser.

Die dritte Rolle, ca. 5 m lang, trägt den Titel "I am dreaming of a white Christmas": geschmückte Bäume, viel Ornament, Schnee. Zusätzlich zeigt die Künstlerin sechs Blätter auf schwarzem Japanpapier mit weißem Farbstift aus einer schon vor einigen Jahren begonnenen Reihe zu Martin Heideggers "Sein und Zeit".

Für Maria Bussmann ist Zeichnen die direkteste Art, Bildideen aus dem Kopf auf ein Blatt Papier, also ins Zweidimensionale zu bringen: „Außerdem schafft man Merkhilfen optischer Eindrücke: Eben- oder Einmalgesehenes festhalten, Flüchtiges in die Zeit bringen." Ihre Arbeit könnte als „philosophisches Zeichnen“ beschrieben werden. Sie lässt sich von Werken der Philosophie wie Ludwig Wittgensteins Tractatus, Spinozas Ethik oder Texten Martin Heideggers und Maurice Merleau-Pontys inspirieren. Dazu entstehen Zeichnungen, die Wahrnehmungen subtil und skizzenhaft in die Sichtbarkeit übersetzen. Das Motiv der Zeit verbindet alle Arbeiten der Ausstellung „praying project 2“.

Maria Bussmann, *1966 in Würzburg (D), lebt und arbeitet in Wien und New York

1987 - 93 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg, ab 89 Wien
1999 Dissertation, in Philosophie und Kulturwissenschaften an der Universität Wien und
Universität für angewandte Kunst, Wien
2002 - 04 Visiting Scholar als Erwin-Schrödinger-Stipendiatin an der State University of New York