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Geschönte, nichtssagend-perfekte Kulissen sucht man bei Anna Meyer
vergeblich: In ihren Bildern verankert sie mit Bedacht zahlreiche
Irritationsmomente. Der (subjektiven) Wahrnehmung urbaner Realität ordnet
sie gezielt Bildmittel unter, welche die Inhalte konterkarieren können
oder aber auch doppelt auszeichnen: Dem offenen Charakter der Bilder,
bewusst brüchig in Darstellung und Technik, setzt sie konkrete Begriffe
aus alltäglichen bzw. gesellschaftlich relevanten Diskursen gegenüber. Die
fokussierten Themenbereiche sind komplex, weitläufig und dabei
hochaktuell. Im Zyklus "Im Geröll moderner Zeiten" reflektiert Anna Meyer
u.a. über Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit, über Wandel und Prozess.
Die Künstlerin spürt dabei etwa ihrer Beklemmung nach, die entsteht, wenn
alles, was mit dem Prädikat "modern" versehen wird, zur gleichen Zeit auch
mit gut und fortschrittlich assoziiert und bewertet wird: "Ist es die
Sehnsucht nach dem flüchtigen Jetzt, die den Begriff "modern" so reizvoll
macht?" Auch der Klimawandel, der nur scheinbar abseits von Grenzen, Politik,
Bildung und Kunst stattfindet, ist der Künstlerin ein Anliegen. "Wo früher
Forschung und Entwicklung zu den manchmal tollsten utopischen abstrakten
Formsprachen gefunden haben, gilt es gerade jetzt, mit Forschung und
Entwicklung radikale utopische Ideen und deren Auswirkungen zurück zu
entwickeln, zu entschärfen und ökonomisch lebbar für den ganzen Planeten
zu machen." Parallel zu den Bildern baut Anna Meyer aus alltäglichen Abfallprodukten "Modelle", stadtperspektivische Ausschnitte, die meist malerisch überarbeitet werden. "In meiner Arbeit bieten Modelle mir die Möglichkeit
die Bildfläche zu verlassen und so genannte gegenständliche Malerei in
Objekte zu transformieren... Die Modelle ermöglichen, das Unbenennbare,
das zwischen und hinter den Bildern ist, anzusprechen. So geraten sowohl
BetrachterInnen, als auch ich in Bewegung. Dieser Prozess hat etwas
Filmisches, eben Begehbares, auch in Gedanken Begehbares. Bausteine der
Malerei, aber auch das Unsichtbare können umschreiben umschrieben
werden... Malerei und Modell entstehen gleichzeitig. Es läuft ineinander -
ein und dasselbe und doch ganz etwas anderes. Überdies ermöglichen die
Modelle, Malerei zu reflektieren."
Anna Meyer wurde 1964 in Schaffhausen geboren.
Sie studierte an den Schulen für Gestaltung in Zürich und Luzern. Längere
Studienaufenthalte verbrachte sie u.a. in Fujino/Japan, Los Angeles/USA
und Mönchengladbach/Deutschland.
Sie lebt und arbeitet in Wien und Schaffhausen. |



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