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Anna Meyer

Im Geröll moderner Zeiten


 GALERIE ALTNÖDER
 28.03. - 12.05.2007

 

Vernisage: am Dienstag, den 27. März 2007, um 19.30 Uhr


Geschönte, nichtssagend-perfekte Kulissen sucht man bei Anna Meyer vergeblich: In ihren Bildern verankert sie mit Bedacht zahlreiche Irritationsmomente. Der (subjektiven) Wahrnehmung urbaner Realität ordnet sie gezielt Bildmittel unter, welche die Inhalte konterkarieren können oder aber auch doppelt auszeichnen: Dem offenen Charakter der Bilder, bewusst brüchig in Darstellung und Technik, setzt sie konkrete Begriffe aus alltäglichen bzw. gesellschaftlich relevanten Diskursen gegenüber. Die fokussierten Themenbereiche sind komplex, weitläufig und dabei hochaktuell. Im Zyklus "Im Geröll moderner Zeiten" reflektiert Anna Meyer u.a. über Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit, über Wandel und Prozess. Die Künstlerin spürt dabei etwa ihrer Beklemmung nach, die entsteht, wenn alles, was mit dem Prädikat "modern" versehen wird, zur gleichen Zeit auch mit gut und fortschrittlich assoziiert und bewertet wird: "Ist es die Sehnsucht nach dem flüchtigen Jetzt, die den Begriff "modern" so reizvoll macht?" Auch der Klimawandel, der nur scheinbar abseits von Grenzen, Politik, Bildung und Kunst stattfindet, ist der Künstlerin ein Anliegen. "Wo früher Forschung und Entwicklung zu den manchmal tollsten utopischen abstrakten Formsprachen gefunden haben, gilt es gerade jetzt, mit Forschung und Entwicklung radikale utopische Ideen und deren Auswirkungen zurück zu entwickeln, zu entschärfen und ökonomisch lebbar für den ganzen Planeten zu machen." Parallel zu den Bildern baut Anna Meyer aus alltäglichen Abfallprodukten "Modelle", stadtperspektivische Ausschnitte, die meist malerisch überarbeitet werden. "In meiner Arbeit bieten Modelle mir die Möglichkeit die Bildfläche zu verlassen und so genannte gegenständliche Malerei in Objekte zu transformieren... Die Modelle ermöglichen, das Unbenennbare, das zwischen und hinter den Bildern ist, anzusprechen. So geraten sowohl BetrachterInnen, als auch ich in Bewegung. Dieser Prozess hat etwas Filmisches, eben Begehbares, auch in Gedanken Begehbares. Bausteine der Malerei, aber auch das Unsichtbare können umschreiben umschrieben werden... Malerei und Modell entstehen gleichzeitig. Es läuft ineinander - ein und dasselbe und doch ganz etwas anderes. Überdies ermöglichen die Modelle, Malerei zu reflektieren."

Anna Meyer wurde 1964 in Schaffhausen geboren.
Sie studierte an den Schulen für Gestaltung in Zürich und Luzern. Längere Studienaufenthalte verbrachte sie u.a. in Fujino/Japan, Los Angeles/USA und Mönchengladbach/Deutschland.
Sie lebt und arbeitet in Wien und Schaffhausen.