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Oswald Oberhuber liebt es, Gesetzmäßigkeiten und Reglements
außer Kraft zu setzen, Einengendes künstlerisch hinter
sich zu lassen: Als Mitbegründer der österreichischen
informellen Malerei und Plastik (um 1949) formulierte er bereits
Ende der 50er Jahre seine Theorie der unaufhörlichen Veränderung
in der Kunst und lehnt von nun an jegliche Stilbildung ab. Die Galerie
Altnöder zeigt Arbeiten des jugendlichen Oswald Oberhubers,
die bereits von großer künstlerischer Reife zeugen -
entstanden in den unsteten österreichischen Nachkriegsjahren:
Unbeeindruckt experimentiert der Künstler auf Papier mit surrealen
wie tachistischen Tendenzen, setzt mit sicherer Hand grafische Akzente
und webt Texte als bildimmanente Werte mit ein. Obwohl er dem Zufall
nicht aus dem Wege geht, bleibt er dennoch einer linearen Klarheit
treu, einem präzisen Konturismus, der auch für seine späteren
Werke kennzeichnend bleiben soll.
Blatt für Blatt entfaltet sich ein sehr eigenwilliger Formenreichtum,
eine heterogene Komplexität an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten,
denen eine Leichtigkeit und Ungezwungenheit inne ist. Bereits Anfang
der 50er Jahre findet Oswald Oberhuber zu einer künstlerischen
Souveränität und Gelöstheit, die angesichts seines
jugendlichen Alters erstaunt und verblüfft.
Oswald Oberhuber, geboren 1931 in Meran, zählt zu den vielseitigsten
Persönlichkeiten der österreichischen Kulturlandschaft
nach 1945. Neben seinen Tätigkeiten als Galerist, Ausstellungsinitiatoren
und Autor zahlreicher Publikationen war er auch viele Jahre Rektor
an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, wo er zur Zeit
an der Meisterklasse eine Professur innehat.
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